Heunweg

Laut einem Beitrag von Herrn Tochtermann, Nachrichten des Spessartbundes, 5/1987 kommt der Name vom keltischen "heune" und bedeutet Riese. Und tatsächlich ist es ein riesiger, langer und uralter Handelweg vom Neckar durchs Badische, den Spessart, zu den Salzlagern nach Bad Orb. Im Badischen heißt er "Römerstraße", im Südostspessart "Heunweg" und im Hoch- und Nordspessart "Salzweg"= Eselsweg. In einem Diplom Ludwigs des Frommen (839) wird dieser Wegzug als "heristraza" (= Heerstraße) bezeichnet. Mitte des 14. Jh. verliert diese Straße jedoch ihre Bedeutung und geht zugunsten der "via publica" (spätere Poststraße- B 8) ein.

Entsprechend dieser Historie wurde wieder eine Anbindung in Rohrbrunn an den Eselsweg hergestellt. Über das Torhaus Aurora, Bischbrunn geht er künftig mit neuer Wegführung zum Baumgartshof und Michelrieth, Röttbach nach Unterwittbach. Auf der alten Trasse geht’s jetzt weiter durch das Himmelreich (Mainschleife bei Urphar) ehe er kurz vor Kreuzwertheim direkt am Main entlang - vorbei am namengebenden Kreuz - zum Rathaus führt. Diese 39 km Wanderweg über den höchsten Berg des Spessarts, den Geiersberg (586m) ohne Steilabstiege hinunter zum Main sind landschaftlich sehr reizvoll. Weite Ausblicke belohnen den Wanderer für seine Mühen. Zahlreiche Kulturdenkmäler weisen auf die alte Tradition dieses Weges hin, die ältesten dürften die Grabhügel aus der Hallstadtzeit vor Kreuzwertheim sein.